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Das Restaurierungszentrum stellt sich vor

 

 

Das Restaurierungszentrum der Bayerischen Schlösserverwaltung wurde im Jahr 2000 gegründet. Es ist in dieser Form eine sehr junge Einrichtung, kann sich jedoch auf eine lange interner Link Tradition des Erhaltes von Kunst- und Kulturgut stützen. Bereits seit dem 17. Jahrhundert waren verschiedene Handwerker der kurfürstlichen Verwaltung mit der Pflege der Schlösser und ihrer Ausstattungen befasst. Heute beschäftigt das Restaurierungszentrum 47 Mitarbeiter.

Unter diesen Fachkräften sind 26 Restauratoren aus den interner Link Fachbereichen Gemälde / Skulptur, Möbel / Holzobjekte, Grafik / Archivgut, Textilien, Wandmalerei / Stein und Kunsthandwerk sowie Keramik und Schatzkunst. Die Pflege handwerklicher und kunsthandwerklicher Traditionen liegt in der Hand von 21 weiteren Mitarbeitern. Vergolder, Bildhauer, Tapezierer, Schlosser, Gürtler, Maler, Buchbinder, Schreiner und Zimmerer haben ihre spezifische Fachkompetenz in der Denkmalpflege nicht zuletzt in der Folge des Wiederaufbaus der Münchener Residenz erworben. Die außergewöhnliche Bündelung dieser verschiedenen Berufe im Restaurierungszentrum ermöglicht es, den vielfältigen Anforderungen der Erhaltung und Pflege von Kunstwerken in der Bayerischen Schlösserverwaltung gerecht zu werden.

Kulturgüter besser zu schützen und Schäden vorzubeugen gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Ist originale Substanz einmal verloren, kann sie durch keine Maßnahme wieder zurück gebracht werden. War Prävention früher eine von vielen Aufgaben der Fachrestauratoren, konnte im Jahr 2006 ein eigens auf dieses Gebiet spezialisierter Restaurator eingestellt werden. Inzwischen verfügt das neue Fachgebiet interner Link Präventive Konservierung über zwei Mitarbeiter – eine bewusst getroffene Neugewichtung der personellen Ausstattung, die eine zeitgemäße Entwicklung wiederspiegelt und zur Profilbildung des Restaurierungszentrum beiträgt.

Bild: Detail aus dem Deckengemälde "Fortitudo"

Detail aus dem Deckengemälde
"Fortitudo" von Peter Candid aus
dem Antiquarium der Residenz
München:
Engel versucht, ein Bündel Pfeile
zu zerbrechen (als Sinnbild der
Stärke)

Zustand nach der Restaurierung

Das Restaurierungszentrum ist heute für alle Konservierungs- und Restaurierungsangelegenheiten in den 45 Schlössern, Burgen und Künstlerhäusern der Schlösserverwaltung verantwortlich. Es betreut sowohl denkmalgeschützte Bauwerke mit ihren einzigartigen Ausstattungen und Gartenskulpturen als auch weltweit herausragende Sammlungen von Schatzkunst, Keramik und Miniaturen. Einen Schwerpunkt bildet die interner Link Erhaltung historischer Raumensembles, deren wesentliches Charakteristikum ihre Vielfalt an Materialien und Ausführungen ist. Zu den kostbaren Raumausstattungen gehören Wandmalereien, Stuckaturen, Vergoldungen und wandfeste Holzausstattungen, Tapeten aus Papier und Leder, textile Wandbespannungen und Tapisserien, Mobiliar, Lüster, Gemälde, Skulpturen, Graphiken und Kunstgegenstände jeder Art. Diese Kunstwerke werden oft in ihrem historisch gewachsenen Kontext oder als Sammlung präsentiert.

Zu den Aufgaben des Restaurierungszentrums gehört außerdem die Anfertigung wissenschaftlich fundierter Rekonstruktionen und von Kopien, die empfindliche und gefährdete Kunstwerke an ihrem ursprünglichen Standort ersetzen. Die Originale werden restauriert und dann unter musealen Bedingungen präsentiert. Die Mitarbeiter des RZ bringen bei allgemeinen Fragen der Denkmalpflege, bei der Planung und interner Link Einrichtung von Depots sowie bei der Konzeption und Umsetzung von Ausstellungen ihr Fachwissen in Entscheidungsprozesse und Realisierung ein. Bei musealen und denkmalpflegerischen Entscheidungen wird eng mit den wissenschaftlichen und technischen Fachkräften der Bau-, Museums- und Gärtenabteilung zusammengearbeitet.

 

 

Bild: Bildhauerwerkstatt

Bildhauerwerkstatt mit Figur des
Hl.
Florian und einer Kopie

 

Bild: Werkstatt für Textilrestaurierung

Werkstatt für Textilrestaurierung

 

Großen Anteil an unserer Arbeit haben Restaurierungen und Pflegemaßnahmen in den Schlössern, Residenzen und Burgen selbst. Eine Vielzahl bedeutender und kostbarer Kunstwerke werden in unseren Werkstätten konserviert und restauriert. Um adäquate Restaurierungskonzepte zu erstellen, müssen nicht nur umfassende Untersuchungen und Analysen erstellt werden, auch die Geschichte der Kunstwerke und ihren Kontext gilt es zu berücksichtigen. Bei der Umsetzung der Restaurierungskonzepte übernehmen interner Link freiberufliche Restauratoren einen Teil der praktischen Arbeiten. Sie werden von den Mitarbeitern des Restaurierungszentrums fachlich betreut. Alle gewonnenen Erkenntnisse fließen in interner Link Dokumentationen ein, die einen großen Erfahrungsschatz darstellen und für Forschungszwecke zugänglich sind.

Bild: Werkstatt für Gemälde- und Skulpturenrestaurierung

Werkstatt für Gemälde- und Skulpturenrestaurierung

 

Bild: Vergoldewerkstatt

Vergolderwerkstatt

 

Die Anwendung naturwissenschaftlicher Untersuchungsmethoden zur Erhaltung von Kunstwerken konnte im Restaurierungszentrum in den letzten Jahren weiter etabliert und verfeinert werden. So machen beispielsweise Röntgenaufnahmen von Gemälden und von festen Bauteilen frühere Zustände sichtbar und decken Schadensphänomene auf. Die Betrachtung von Querschliffen unter dem Mikroskop ermöglicht eine bessere Differenzierung übereinander liegender Farbschichten, nasschemische Verfahren erlauben die Identifizierung der verwendeten Materialien. An Bedeutung gewinnt die so genannte interner Link UV-VIS-Absorptionsspektroskopie, eine zerstörungsfreie Untersuchungsmethode zur Bestimmung von Farben und Überzügen. Die gewonnen Erkenntnisse erweitern unser Wissen über das von uns betreute Kunstgut und bilden eine Grundlage für die Restaurierungsentscheidung.

Die Heranbildung des Berufsnachwuchses ist uns ein wichtiges Anliegen. Deshalb gewähren wir Studierenden verschiedener Hochschulen des In- und Auslands und Praktikanten Einblick in unsere Werkstätten. Bei der Bearbeitung von Projekten und bei der Anfertigung von Semester- und Diplomarbeiten werden sie von Restauratoren und Kunsthandwerkern eng betreut. Seit Oktober 2009 besteht zudem für interessierte Jugendliche die Möglichkeit  in den Restaurierungswerkstätten ein interner Link freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege abzuleisten. Darüber hinaus ist es unser Ziel, Grundwissen über den Umgang mit Kunst und Kulturgut an die Mitarbeiter der 45 Außenverwaltungen weiterzugeben. Das Restaurierungszentrum organisiert dazu regelmäßig einen interner Link Kastellantag in der Hauptverwaltung.

Um auch die Öffentlichkeit über die Tätigkeit des Restaurierungszentrums zu informieren, veranstalten wir Führungen in den Werkstätten und beteiligen uns an Veranstaltungen der Schlösserverwaltung wie z.B. der "Langen Nacht der Museen". Diese Präsentationen sind bei den Kunstfreunden sehr beliebt. Dort werden allgemeine Informationen über den Beruf des Restaurators vermittelt und aktuelle Restaurierungsprojekte vorgestellt. Mit der interner Link Veröffentlichung ausgewählter Projekte verfolgen wir das Ziel, ein noch größeres Publikum zu erreichen und einen Beitrag zur Diskussion aktueller Probleme der Konservierung und Restaurierung zu leisten.


Beispiele der Arbeit des Restaurierungszentrums

externer Link Konservierungs- und Restaurierungskonzept für den Galaschlitten mit Putten König Ludwigs II. (PDF-Datei)
externer Link Keramikrestaurierung (PDF-Datei)
externer Link Wiederherstellung der Fliesenausstattung im Schreibkabinett der Eremitage Bayreuth (PDF-Datei)
interner Link Untersuchungen und Restaurierungen im Vorfeld der Sonderausstellung "Herzog Ludwig X. und die Renaissance. Ewig blühe Bayerns Land"
interner Link Restaurierung der chinesischen Tapete im Schreibkabinett der Badenburg
externer Link Restaurierung des Treppenhauses / Kaisersaals in der Residenz Würzburg
interner Link Judith und Holofernes – Auf der Spur eines Bilderrätsels
externer Link Restaurierung des Hl. Petrus aus der Schlosskapelle Blutenburg (PDF-Datei)

externer Link Restaurierung eines Kruzifixes von Veit Stoß (PDF-Datei)
externer Link Restaurierung  Schmerzensmann aus der Werkstatt Cranach d.Ä. (PDF-Datei)
interner Link Restauratorische Arbeiten im Vorfeld der Ausstellung  "Pracht und Zeremoniell – Die Möbel der Residenz  München" (Sept. 2002 bis Februar 2003 in der Residenz München)


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