Inhalt:

»Gut gebrüllt – Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen«

 

Bild: Bronzelöwe vor der Westfassade der Residenz München

Wanderausstellung

Die Bayerische Schlösserverwaltung bereist die Regionen Bayerns mit einer großen Wanderausstellung über Bayerns beliebtes Wappentier, die in den Schlössern und Burgen jeweils für etwa sechs Wochen Station machen wird.

Orte und Termine

nächste Station: Stadtresidenz Landshut

15. Juli bis 28. August 2016 · täglich 9-18 Uhr
montags geschlossen

Die Ausstellung ist im Eintrittspreis der Stadtresidenz Landshut enthalten. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten freien Eintritt.

Jeden Sonntag um 15 Uhr wird eine öffentliche Führung durch die Ausstellung angeboten (Kosten: 2,- Euro pro Teilnehmer zuzüglich Eintritt).

Außerdem besteht die Möglichkeit, private Führungen durch die Ausstellung zu buchen. Die Kosten betragen pro Führung 40,- Euro zuzüglich der regulären Eintrittspreise. Bitte buchen Sie Ihre Führung direkt bei folgenden Gästeführern:

 

Anschließend ist die Wanderausstellung »Gut gebrüllt« in folgenden Häusern zu sehen:

Füssen, Museum der Stadt: 16. September 2016 bis 13. November 2016

Neumarkt in der Oberpfalz, Residenz: 2. Dezember 2016 bis 5. Februar 2017

 

Prospekt zur Wanderausstellung »Gut gebrüllt – Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen«


Begleitend zur Wanderausstellung ist eine

Publikation mit dem Titel »Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen«

erschienen (143 Seiten · zahlreiche Abbildungen · 10,- Euro). Diese ist an den Ausstellungsorten und im Online-Shop der Bayerischen Schlösserverwaltung erhältlich.


 

Bild: Hercules Alemannus, Buchillustration

Hercules Alemannus.
Alman Ergle – Der deutsche Herkules,
Buchillustration, 1561

Zur Ausstellung

 

Der Löwe als heraldisches Symbol ist kurpfälzischen Ursprungs und stand darüber hinaus jahrhundertelang für Altbayern. Vielfältige Aspekte ergeben sich, wenn man den Löwen in seiner Rolle als Symboltier betrachtet. Eigenschaften wie Stärke, Mut, Würde und Autorität werden ihm zugeordnet.

Unter anderem steht er auch für das Land Bayern, dessen Symboltier er besonders im 19. Jahrhundert wurde. Damit bildete er eine Alternative zum preußischen Adler.

Für die Wanderausstellung werden Löwen aus den verschiedenen bayerischen Regionen, aus unterschiedlichen Zeiten und aus unterschiedlichen Materialien zusammengeführt. Die ausgewählten Exponate stellen eine „Menagerie bayerischer Löwen“ dar und erzählen unterschiedliche Geschichten zu ihrer Herkunft, Bedeutung und Funktion.

 

Bild: Türklinke mit Löwenkopf

Türklinke mit Löwenkopf aus der Hofkirche
der Würzburger Residenz
, 18. Jahrhundert

Themenschwerpunkte der Ausstellung bilden die Funktion des Löwen als Hüter des Hauses, seine heraldische Herkunft als pfälzischer Löwe, sein Ruf als König der Tiere und seine reale Präsenz in den Menagerien der Renaissance als Tier der Könige.

Zudem wird die Verbindung zu Herkules mit dem nemeischen Löwen als beliebtes Herrscherideal im Absolutismus und zu Herkules als postulierter Ahne der Wittelsbacher deutlich. Im 19. Jahrhundert erschien der Löwe häufig als Begleiter der Bavaria und bediente in Karikaturen die Klischeevorstellungen über Bayern.


Die Themen der Ausstellung

 

Im Zeichen des Löwen – Der Löwe als bayerisches Wappentier

 

Bild: Der Löwe im bayerischen Wappen

Der Löwe im bayerischen Wappen,
Puttenfries mit kurbayerischem Wappen,
Caspar Amort, 1666/67, Residenz München

Der Löwe im bayerischen Wappen ist gewissermaßen Bayerns berühmtester Zugereister. Er hielt Einzug, als die Wittelsbacher fern von Altbayern im Jahr 1214 Pfalzgrafen bei Rhein wurden. Seitdem veränderte sich das bayerische Wappen mehrmals.

In Bayerns Schlössern und Burgen sind all diese Wappen zu entdecken. Sie erinnern an zentrale Etappen der bayerischen Geschichte.

Herkules in Bayern – Phantastischer Ahnherr und Herrscherideal

 

Bild: Herkules mit dem Nemeischen Löwen

Herkules ringt mit dem Nemeischen Löwen,
niederländisch, um 1620/30, Residenz München

Der antike Halbgott Herkules triumphierte in jungen Jahren über den Nemeischen Löwen und trug fortan dessen Fell um die Schultern.

Über Jahrhunderte schätzten bayerische Herrscher Darstellungen dieses Löwenbezwingers in ihren Schlössern. Sie sahen in ihm ein Vorbild an tugendhafter Tatkraft, dem sie nachstrebten. Lange Zeit führten die Wittelsbacher sogar ihre Abstammung auf Herkules zurück.

König der Tiere – Tier der Könige

 

Bild: Herzog Ludwig X. mit Löwe

Herzog Ludwig X. mit Löwe,
Stadtresidenz Landshut, um 1545

Mächtige unter sich: Der König der Tiere war im Lauf der Geschichte immer ein Tier der Könige. Der Löwe stand für Macht und Stärke. So hielten sich auch Bayerns Herzöge in der Renaissance lebendige Löwen.

Außerdem ließen sich Wittelsbacher Seite an Seite mit majestätischen Löwen porträtieren. Mancher bayerische Herrscher wurde zudem als Löwe tituliert und mit den stolzen Eigenschaften des Königs im Tierreich gleichgesetzt.

Der bayerische Löwe – Das Tier an Bayerns Seite

 

Bild: Löwe und Bavaria vor der Ruhmeshalle <br>
          in München

Löwe und Bavaria vor der Ruhmeshalle
in München
, Großbronze von Ludwig von
Schwanthaler (Bildhauer) und Ferdinand
von Miller (Erzgießer), 1843-53

Seit der frühen Neuzeit stand der Löwe der bayerischen Landespersonifikation Bavaria treu zur Seite. Von majestätisch-staatstragend bis satirisch-überspitzt verlieh er im Lauf der Jahrhunderte bayerischen Befindlichkeiten Ausdruck.

Schließlich wurde der Löwe zum eigenständigen Symbol Bayerns, zum umgangssprachlich so bezeichneten „Bayerischen Löwen“. Er spiegelte die Stimmung, Haltung und Seelenlage Bayerns, oft vielfältig gebrochen, wider.

Hic sunt leones – Löwen allerorten

 

Bild: Kampf zwischen Löwe und Adler

Kampf zwischen Löwe und Adler, Frontstück
eines Kaminbocks aus Bronze, Guillielmus de
Grof, um 1740, Residenz Würzburg

Das Wappentier des Landes Bayern mit seinen so majestätischen Eigenschaften eignete sich wie kaum ein anderes Tier als Sinnbild selbstbewusster Landesherrschaft. Auch deshalb finden sich in Bayerns Schlössern und Burgen Löwen so häufig.

Die Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt von „Schlösser-Löwen“ aus Bayerns Regionen, so an bronzebeschlagenen Möbeln und prunkvollen Kaminen, an wertvollen Tischaufsätzen und kuriosen Salzschalen, auf fürstlichem Tafelgeschirr und an vielen weiteren ungewöhnlichen Objekten.

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